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Stuckateur-Lexikon A–Z

Über 120 Fachbegriffe aus Putz, Fassade, Wärmedämmung, Designputz und Altbausanierung — klar erklärt vom Meisterbetrieb aus Östringen. Das Referenzwerk für Bauherren, Planer und Interessierte.

A

Abreißkante
Definierter Schnitt am Putzrand, damit ein sauberer Übergang entsteht (z. B. bei Anschluss an Türzargen).
Aerogel
Hocheffizienter Dämmstoff mit extrem niedriger Wärmeleitfähigkeit (ca. 0,015 W/mK). Eingesetzt, wo wenig Platz für klassische Dämmstärken ist.
Algenbewuchs
Grünliche oder schwarze Verfärbung der Fassade durch Mikroalgen. Wird durch hydrophobe Anstriche oder mineralische Silikatsysteme reduziert.
Altbausanierung
Instandsetzung und Modernisierung eines bestehenden Gebäudes — umfasst Feuchte-Beseitigung, Putzergänzung und energetische Maßnahmen. Mehr →
Anschlussfuge
Bewusst ausgebildete Fuge am Übergang zwischen zwei Bauteilen (z. B. Putz/Fensterrahmen), mit elastischer Dichtmasse verschlossen.
Armierungsgewebe
Glasfasergewebe, das in den Unterputz eingelegt wird, um Risse zu verhindern — unverzichtbar bei WDVS und bei Putzwechseln.
Armierungsmörtel
Spezieller Mörtel, der das Armierungsgewebe aufnimmt und mit dem Untergrund verbindet.
Ausgleichsputz
Putzauftrag zum Ausgleich größerer Unebenheiten im Untergrund, oft als erster Arbeitsgang vor dem Oberputz.
Außenputz
Sammelbegriff für alle Putze an der Fassade — mineralisch, silikat- oder silikonharzgebunden. Mehr →

B

BAFA-Förderung
Zuschuss des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für energetische Einzelmaßnahmen (BEG EM): 15 % Grundförderung, 20 % mit iSFP.
Baudenkmal
In die Denkmalliste eingetragenes Gebäude mit besonderem Schutz. Sanierungskosten sind über § 7i / § 10f EStG steuerlich abschreibbar.
Baufeuchte
Feuchte, die während oder kurz nach dem Bau im Mauerwerk vorhanden ist. Muss vor dem Verputzen ausreichend reduziert sein.
Beton-Optik
Designputz, der die Anmutung von Sichtbeton nachbildet — mineralisch, fugenfrei, modern. Mehr →
Bewehrung
Einlage zur Stabilisierung im Putz oder Beton — im Putz meist Glasfaser- oder Metallgewebe.
Biozidfrei
Oberflächen ohne chemische Algen- und Pilzhemmer. Mineralische Systeme wie Silikat oder Kalk sind von Natur aus biozidfrei.
Brandschutzklasse A1/A2
Europäische Klassifizierung nicht brennbarer Baustoffe (DIN EN 13501-1). Mineralwolle-WDVS erreicht A1 oder A2-s1,d0.

C

C-Profil
Kantenprofil aus Aluminium oder Kunststoff für saubere Außenecken an Putzflächen.
CE-Kennzeichnung
Pflichtzeichen für Bauprodukte in der EU — bestätigt, dass der Putz oder Dämmstoff den harmonisierten Normen entspricht.

D

Dämmstoff
Material mit niedriger Wärmeleitfähigkeit zur Reduzierung von Heizwärmeverlusten. Klassen: EPS, XPS, Mineralwolle, Holzfaser, Aerogel, PUR/PIR.
Dehnungsfuge
Gezielt eingebaute Bewegungsfuge, die temperaturbedingte Ausdehnungen aufnimmt — vor allem bei langen Fassadenflächen oder Übergängen.
Denkmal-AfA
Steuerliche Abschreibung für Sanierungskosten an Baudenkmälern nach § 7i EStG (Vermietung) oder § 10f EStG (Eigennutzung), über 12 Jahre.
Dichtschlämme
Zementgebundene oder flexible Abdichtung, die unter Putz oder Fliesen aufgebracht wird (z. B. im Sockelbereich oder im Bad).
Diffusionsoffen
Eigenschaft eines Baustoffs, Wasserdampf durchzulassen. Entscheidend für ein gesundes Raumklima, vor allem bei Kalkputz und mineralischen Farben.
DIN 18550
Deutsche Norm zur Herstellung von Putzen. Definiert Putzsysteme, Untergründe und Verarbeitungsbedingungen.
DIN 4109
Deutsche Norm zum Schallschutz im Hochbau — relevant bei Trennwänden, Geschossdecken und WDVS.
Dispersion
Filmbildender Kunststoff als Bindemittel für Anstriche und manche Putze. Reduziert Diffusionsoffenheit, ist aber wasserabweisend.
Dünnlagenputz
Putz mit geringer Auftragsdicke (meist 2–5 mm), z. B. als Oberputz oder Spachtelbeschichtung.

E

Edelputz
Hochwertiger Oberputz mit definierter Struktur und Farbe, werkseitig fertig gemischt. Varianten: Reibeputz, Kratzputz, Scheibenputz.
Effizienzhaus
KfW-Klassifizierung für den energetischen Standard eines Wohngebäudes (EH 55, EH 40 etc.). Je niedriger die Zahl, desto höher die Förderung.
Einlage
Im Putz eingebrachtes Material zur Verstärkung (z. B. Glasfasergewebe bei Rissüberbrückung).
Energieausweis
Gesetzlich vorgeschriebenes Dokument (GEG), das den Energiebedarf oder -verbrauch eines Gebäudes angibt. Bei Verkauf und Vermietung Pflicht.
EnEV / GEG
Die Energieeinsparverordnung wurde 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst — regelt Dämm- und Heizanforderungen.
EPS
Expandiertes Polystyrol — leichter, günstiger Dämmstoff aus Styroporperlen. Typisch für WDVS mit hoher Effizienz pro Euro.
Eckprofil
Metall- oder Kunststoffprofil, das an Außenecken in den Putz eingearbeitet wird, um eine gerade, schlagfeste Kante zu erhalten.

F

Fachwerk
Historische Bauweise mit Holzständerwerk und Ausfachung aus Lehm, Ziegel oder Kalk. Erfordert diffusionsoffene Putzsysteme (Kalk, Lehm).
Fassadenfarbe
Anstrich auf dem Außenputz: Silikat, Silikon, Kalk oder Dispersion. Qualitätsmerkmale sind UV-Stabilität, Diffusionsoffenheit und Algenschutz.
Fassadensanierung
Instandsetzung der Außenhülle eines Gebäudes: Rissverfüllung, Neuverputz, Anstrich oder komplettes WDVS.
Feuchtemessung
Bestimmung des Wassergehalts in Bauteilen, z. B. über Darr-Methode oder CM-Messung — Voraussetzung für jede Sanierungsplanung.
Filz
Werkzeug zum Abreiben von Putzflächen, erzeugt eine gleichmäßige, feinporige Oberfläche.
Flächenheizung
Heizsystem in Wand oder Decke. Erfordert spezielle Putzsysteme (Kalk, Lehm) mit guter Wärmeleitung.
Förderantrag
Schriftliche Beantragung von Zuschüssen (BAFA, KfW). Muss vor Maßnahmenbeginn gestellt werden, sonst entfällt die Förderung.
Füllstoff
Mineralische Zuschläge im Putz, z. B. Quarzsand, Kalksteinmehl oder Perlite.

G

Gewerkeschnittstelle
Übergabepunkt zwischen verschiedenen Handwerkern auf der Baustelle (z. B. Stuckateur → Maler, Elektriker → Stuckateur).
Gipser
Traditionelle, vor allem in Baden-Württemberg und der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für den Stuckateur. Unterschied Gipser & Stuckateur →
Gipsputz
Klassischer Innenputz auf Gipsbasis. Schnell trocknend, glatt verarbeitbar, aber nicht für Nass- oder Außenbereich.
Glättekelle
Rechteckiges Werkzeug aus Edelstahl, mit dem Putz auf Q3/Q4 abgezogen und geglättet wird.
Grundierung
Erste Beschichtung auf dem Untergrund, die Saugfähigkeit reguliert und Haftung verbessert.

H

Haftbrücke
Spezielle Grundierung (oft silikatgebunden, mit Quarzsand), die als Haftvermittler zwischen glattem Untergrund und neuem Putz dient.
Haftzug
Messwert der Verbindung zwischen Putz und Untergrund. Mindestens 0,08 N/mm² bei WDVS-Klebemörteln.
Hohlstelle
Bereich, in dem sich Putz vom Untergrund gelöst hat. Durch Abklopfen hörbar und ein Indikator für Sanierungsbedarf.
Holzfaser-Dämmung
Ökologischer Dämmstoff aus gepressten Holzfasern. Gute sommerliche Wärmeabsorption, nachhaltige Herstellung.
Hydrophob
Wasserabweisend. Hydrophobe Oberflächen verhindern Durchfeuchtung, bleiben aber diffusionsoffen für Wasserdampf.

I

Innendämmung
Dämmung auf der Innenseite der Außenwand. Wird nur eingesetzt, wenn Außendämmung aus gestalterischen oder denkmalrechtlichen Gründen nicht möglich ist.
Innenputz
Putz im Innenbereich — klassisch Gipsputz, im Feuchtbereich Kalk- oder Kalkzementputz. Mehr →
iSFP
Individueller Sanierungsfahrplan. Staatlich gefördertes Gutachten, erhöht BAFA-Zuschuss um 5 Prozentpunkte. Mehr →

J

Jura-Kalk
Weißer, weicher Kalkstein aus Jura-Gebirgsformationen. Typisches Ausgangsmaterial für Kalkputze mit warmweißer Oberfläche.

K

Kalkputz
Mineralischer Putz auf Basis von gelöschtem Kalk. Diffusionsoffen, feuchteregulierend, schimmelhemmend. Mehr →
Kalkzementputz
Kombination aus Kalk und Zement — robust, wasserfest, für Sockel, Keller und Außenputz.
Karbonatisierung
Chemischer Aushärtungsprozess von Kalkputz, bei dem Calciumhydroxid durch CO₂ wieder zu Calciumcarbonat (Kalkstein) wird.
Kartätsche
Langes Metalllineal zum Abziehen frischer Putzflächen. Sorgt für eine ebene Oberfläche.
Kasein
Milcheiweiß als natürliches Bindemittel für Kasein-Farben, traditionell in Altbau und Denkmalpflege.
Kelle
Oberbegriff für Maurer- und Putzkellen in verschiedenen Formen (Glättekelle, Dreieckskelle, Trapezkelle).
KfW 261
Zinsvergünstigter Kredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus mit bis zu 150.000 € Volumen.
Klinkerfassade
Fassade aus Klinkersteinen oder -riemchen — oft in Norddeutschland, aber auch als Riemchen-Applikation auf WDVS möglich.
Kratzputz
Strukturputz, dessen Oberfläche nach dem Antrocknen aufgekratzt wird — erzeugt eine charakteristisch raue Optik.

L

Laibung
Seitliche Fläche einer Fenster- oder Türöffnung. Wichtiger Übergangsbereich bei WDVS und Innenputz.
Lambda-Wert (λ)
Wärmeleitfähigkeit eines Materials in W/mK. Je niedriger, desto besser die Dämmwirkung. Mineralwolle: ca. 0,035 W/mK.
Lehmputz
Ältester Putzwerkstoff überhaupt. Reguliert Raumfeuchte sehr gut, ist ökologisch und rückbaubar.
Leichtputz
Putzmörtel mit Leichtzuschlägen wie Perlite. Reduziert Eigengewicht und verbessert Dämmeigenschaften.
Lotrecht
Exakt senkrecht zur Schwerkraft ausgerichtet. Wichtiges Qualitätsmerkmal bei Putzflächen.

M

Marmorino
Italienischer Spachtelputz aus Kalkhydrat und Marmormehl. Optisch zwischen Stucco Veneziano und klassischem Kalkputz. Marmorino vom Meisterbetrieb →
Maschinenputz
Mit Putzmaschine (PFT G4, m-tec) aufgebrachter Mörtel. Deutlich schneller und gleichmäßiger als Handauftrag. Mehr zu Innen- & Außenputz →
Meisterbetrieb
Handwerksbetrieb unter Leitung eines Meisters. Voraussetzung für selbstständige Tätigkeit in zulassungspflichtigen Gewerken wie Stuckateur.
Mineralputz
Putz auf Basis von Kalk, Zement oder Kalk-Zement — frei von organischen Bindemitteln, sehr dauerhaft.
Mineralwolle
Dämmstoff aus Glas- oder Steinfasern. Nicht brennbar, diffusionsoffen, schalldämmend.
Mörtelgruppe
Klassifizierung von Mörteln nach Festigkeit und Bindemittel (z. B. PIc für Kalkzementmörtel im Außenbereich).

N

Nachbearbeitung
Bearbeitungsschritte nach dem eigentlichen Putzauftrag: Abreiben, Glätten, Strukturieren. Entscheidet über die Oberflächenqualität.
Nassputz
Traditioneller, mit Wasser angemachter Putzmörtel im Gegensatz zum Trockenbau mit Gipskartonplatten.
Norm-Untergrund
Prüfbedingungen und Untergrundstandard, auf den Putzhersteller ihre Systemdaten beziehen.

O

Oberputz
Äußere, sichtbare Putzschicht — meist mit definierter Körnung und Struktur (Reibe-, Kratz-, Scheibenputz).
Ortstermin
Persönlicher Besuch auf der Baustelle, bei dem Maß genommen, der Untergrund geprüft und das Angebot konkretisiert wird.

P

Perlite
Aufgeblähtes Vulkangestein als Leichtzuschlag in Leichtputzen und Dämmputzen.
PFT G4
Weit verbreitete Putzmaschine der Firma PFT. Standardgerät vieler Stuckateur-Betriebe.
Putzabschlussprofil
Metall- oder Kunststoffprofil am Rand einer Putzfläche (z. B. Sockelprofil, Kantenprofil, Tropfkantenprofil).
Putzarmierung
Einbetten eines Gewebes in die untere Putzlage zur Rissverteilung — Standard bei WDVS und bei Putzwechseln.
Putzgrund
Der Untergrund, auf dem geputzt wird: Mauerwerk, Beton, Altputz, Holzwerkstoffplatten.
Putzträger
Systemträger für Putz auf kritischen Untergründen: Streckmetall, Heraklith-Platten, Rabitzgewebe.
PU-Schaum / PUR / PIR
Polyurethan- und Polyisocyanurat-Dämmplatten. Sehr gute Dämmwerte bei geringer Stärke, aber schlechtere Brandeigenschaften.

Q

Q1, Q2, Q3, Q4
Qualitätsstufen nach Merkblatt Nr. 2 der Bundesverbände. Q1 = Grundputz, Q2 = Standard, Q3 = streiflichtbeständig, Q4 = streiflichtgeeignet.
Qualitätsüberwachung
Systematische Prüfung der Baustellenqualität — bei uns durch den Meister persönlich auf jeder größeren Baustelle.

R

Rabitz
Historisches System aus Streckmetall und Putz, erfunden 1878 von Karl Rabitz. Wird zur Erstellung freitragender Wände und Decken im Stuckateurhandwerk verwendet.
Rauputz
Oberputz mit grober Körnung und entsprechend rauer Oberfläche — robust und versteckt kleine Schäden.
Reibeputz
Oberputz, dessen Struktur durch Abreiben mit Kunststoff- oder Holzbrett erzeugt wird. Häufigster Oberputz an deutschen Fassaden.
Reliefstruktur
Plastische Oberflächengestaltung im Putz — vom klassischen Stuck bis zur modernen Designstruktur.
Rissbild
Muster und Verteilung von Rissen. Gibt Hinweise auf die Ursache (Setzung, Schwinden, thermische Spannungen).
Rissüberbrückung
Fähigkeit eines Putzsystems, feine Bewegungen im Untergrund zu überbrücken, ohne selbst zu reißen.
Rosette
Stuck-Element, meist kreisförmig, als Deckendekoration um den Lüsteranschluss.

S

Sanierputz
Porenreicher Spezialputz nach WTA-Richtlinie für feuchte, salzbelastete Mauerwerke. Bindet Salze im Putzkörper.
Salzausblühung
Weißliche Kristalle auf der Putzoberfläche — Folge von Salzwanderung aus dem Mauerwerk. Indikator für Feuchteproblem.
Scheibenputz
Oberputz mit kantiger Körnung, dessen Struktur beim Abreiben flach bleibt. Moderne, gleichmäßige Anmutung.
Schimmelsanierung
Fachgerechte Entfernung und Ursachenbeseitigung von Schimmelpilzbefall. Oft mit Sanierputz und Kalkanstrich kombiniert.
Schlagregenschutz
Fähigkeit einer Fassade, Regen bei Wind abzuhalten. Klassifiziert nach DIN 4108-3 in I, II, III.
Sd-Wert
Wasserdampf-Diffusionswiderstand in Metern. Je niedriger, desto diffusionsoffener. Kalkputz hat einen sehr niedrigen Sd-Wert.
Silikatputz
Mineralischer Oberputz mit Kaliwasserglas als Bindemittel. Diffusionsoffen, UV-beständig, algenhemmend.
Silikonharzputz
Oberputz mit Silikonharz-Anteil. Kombination aus Wasserabweisung und Diffusionsoffenheit. Beliebt als Fassadenputz.
Sockelputz
Putz im erdnahen Bereich der Fassade. Besonders beansprucht durch Spritzwasser, Frost und Schmutz — daher meist Kalkzement oder Sanierputz.
Spachteltechnik
Oberflächengestaltung durch mehrlagiges Aufspachteln von Putzmasse — Grundlage vieler Designputze. Mehr zu Designputz & Spachteltechnik →
Streiflicht
Licht, das fast parallel zur Wandfläche einfällt und kleinste Unebenheiten sichtbar macht. Kriterium für Q4-Oberflächen.
Stucco Veneziano
Italienischer Spachtelputz in 3–7 Schichten mit polierter Oberfläche. Wirkt wie massiver Marmor. Mehr →
Stuck
Plastische, meist aus Gips, Kalk oder Zement gefertigte Dekoration an Decken, Wänden oder Fassaden. Typisch für Gründerzeit und Barock.
Sumpfkalk
Luftkalk, der nach dem Löschen mindestens drei Monate unter Wasser reift. Hochwertigster Bindemittelausgangsstoff für Kalkputz.

T

Tadelakt
Traditioneller marokkanischer Kalkputz, mit Olivenölseife verdichtet — wasserdicht und daher auch für Duschen geeignet.
Traufel
Brettförmiges Werkzeug (Holz oder Kunststoff), auf dem der Putz zum Aufziehen transportiert wird.
Travertin-Optik
Designputz, der die charakteristische Porenstruktur von Travertinstein nachbildet.
Trockenbau
Bauweise mit vorgefertigten Platten (Gipskarton, Fermacell) statt nassem Putz. Oft ergänzend zum Stuckateur-Handwerk. Mehr zu Trockenbau →
Tropfkantenprofil
Profil an Außenkanten, das Wasser kontrolliert abtropfen lässt und Rinnspuren an der Fassade verhindert.

U

Unterputz
Erste Putzschicht direkt auf dem Mauerwerk. Trägt die Armierung und schafft eine ebene Fläche für den Oberputz.
Untergrundprüfung
Beurteilung von Festigkeit, Saugverhalten, Ebenheit und Feuchte des Putzuntergrunds — Grundlage jeder seriösen Putzplanung.
U-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient in W/m²K. Kennzahl für die Dämmwirkung eines Bauteils. BEG fordert ≤ 0,20 W/m²K für geförderte Fassaden.

V

Vakuum-Dämmplatte (VIP)
Hocheffiziente Dämmplatte mit evakuiertem Kern. Lambda-Wert bis 0,007 W/mK — extrem dünn bei hoher Dämmwirkung.
Verfugung
Auffüllen von Fugen mit elastischem oder mineralischem Material. Im Putzhandwerk v. a. für Anschlussfugen.
VOB
Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen. Regelt technische Ausführung (VOB/C) und Vertragsbedingungen (VOB/B) im Bauhandwerk.

W

Wärmebrücke
Bauteilbereich mit erhöhtem Wärmeverlust gegenüber der umgebenden Fläche — z. B. an Balkonen, Stürzen, Rollladenkästen.
Wärmeleitfähigkeit
Materialkonstante in W/mK; beschreibt, wie viel Wärme ein Stoff leitet. Je niedriger, desto besser die Dämmwirkung.
WDVS
Wärmedämmverbundsystem — Dämmung, Armierung, Oberputz und ggf. Farbe als werkzertifiziertes System an der Außenfassade. Mehr →
Weichmacher
Organische Zusätze in Kunststoffen oder Beschichtungen. In hochwertigen mineralischen Putzen nicht enthalten.
WTA-Richtlinie
Merkblatt der Wissenschaftlich-Technischen Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege — zentrales Referenzwerk für Sanierputz.

X

XPS
Extrudiertes Polystyrol. Druckfester, feuchteunempfindlicher Dämmstoff — Einsatz v. a. bei Perimeterdämmung (erdberührte Bauteile).

Z

Zahnspachtel
Spachtel mit gezahnter Kante zum Auftragen von Klebemörtel in gleichmäßiger Dicke (z. B. bei WDVS-Dämmplatten).
Zementputz
Mörtel mit hohem Zementanteil — sehr fest, wasserbeständig, aber dampfdichter als Kalkputz. Einsatz im Sockel, Keller und gewerblich.
Zierleiste
Stuck-Element an der Decke oder als Fries an der Wand — klassische Dekoration im Altbau und Neo-Klassik.
Zuschlag
Mineralische Bestandteile im Putz (Sand, Marmormehl, Perlite), die seine Eigenschaften bestimmen.

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